24.04.2020

Erstes virtuelles Gründerfrühstück - Nur die Schnittchen fehlten

Am Ende waren sich alle einig – eigentlich fehlten zu einem richtigen Gründerfrühstück nur die Schnittchen. Mit 13 Teilnehmern war die Premiere des ersten virtuellen Gründerfrühstücks der Region Fulda GmbH zwar nur etwa halb so gut besucht wie die analogen Gründerfrühstücke, aber es hat trotzdem Spaß gemacht.

 

Regionalmanager Christoph Burkard begrüßte die Teilnehmer am Bildschirm der Videoplattform Zoom. Nach einer ersten Aufwärmrunde mit Vorstellung ging es auch gleich ans Eingemacht. Sebastian Flügel teilte kurzerhand seinen Bildschirm und stellte den Gästen sein Unternehmen Indimise vor. Nicht etwa mit einem Power-Point-Vortrag – das wäre natürlich auch möglich gewesen – nein mit einer Live-Vorführung, bei der er eine Handyhülle gestaltete und die Daten zu einem Dienstleister für 3D-Druck, der aktuell noch in Belgien sitzt, schickte. Die Handyhülle kommt dann ganz einfach per Post. Über die Plattform www.indimise.com werden automatisch die Daten für 3D-Drucker generiert. Das System ist noch im Aufbau, funktioniert aber für die Handyhüllen schon hervorragend. Sebastian Flügel kann sich vorstellen, auch weitere Produkte in sein Sortiment aufzunehmen, etwa Grußkarten, Stifte oder Schlüsselanhänger. Und auch eine Fertigung in der Region ist denkbar, allerdings nicht auf kleinen Hobbygeräten, sondern auf Industriestandard.

 

Mut zum Querdenken forderte der Unternehmensberater Markus Hillenbrand vom Beratungsunternehmen „Die Weitblicker“. Er erläuterte angesichts der vorherrschenden Unsicherheit durch die Corona-Krise die unternehmerische Entscheidungslogik der Effectuation. Dabei handelt es sich um Geschäftsmodelle, die sich in einem ressourcenbasierten experimentellen Lernprozess ständig verändern und weiterentwickeln. Im Vordergrund stehen dabei nicht strategische Planungen, sondern die jeweils aktuellen Beziehungen zu Kunden und Geschäftspartnern. Hillenbrand: „Das ist eine vollkommen andere Denkweise und Unternehmenskultur ohne starre Vorgaben. Man fährt praktisch immer auf Sicht.“

 

Einig waren sich alle Beteiligten, dass die virtuelle Form der Gründerfrühstücke eine gute Möglichkeit zur Vernetzung von gestandenen Unternehmen mit Gründern biete, aber letztlich die tatsächlichen Treffen nicht ersetzen könne.