Frei sein, aber nie alleine - pings – der azubikampus

Vor wenigen Wochen eröffnete pings – der deutschlandweit erste Kampus exklusiv für Auszubildende. Jugendliche sollen dort nicht nur einen Platz zum Wohnen haben, sondern auch zum Arbeiten, Lernen und Leben.

 

 

Rund 12,5 Millionen Euro investierte der Landkreis Fulda in den 120 Appartements starken Hotspot für Jugendliche. Der Kampus wird von der Kolping Jugendwohnen Fulda gGmbH betrieben und orientiert sich dabei am Kernkonzept der deutschlandweit 36 Jugendwohneinrichtungen des Verbandes. Derzeit sind 20 Zimmer vermietet, ohne dass pings bisher überregional werben musste, davon die Hälfte an junge Frauen. Die Altersspanne liegt zwischen 16 und 27 Jahren. Unter dem Motto „Free but not alone. Come home“ soll eine Community aus Auszubildenden gebildet werden, die rund um die Uhr von Pädagogen begleitet wird.

 

 

Survival Skills

 

Jugendliche im pings können sich nicht nur mit ihren Sorgen und Nöten an die Pädagogen wenden, sondern auch mit Alltagsfragen. Gemeinsam mit Coaches werden Bildungsangebote geschaffen, die in Schule und Beruf häufig zu kurz kommen, zum Beispiel zu Themen wie: Welche Versicherungen brauche ich? Wie funktioniert eine Steuererklärung? Dabei soll die Community die „Survival Skills“ durch Synergieeffekte vertiefen. So können sich Auszubildende aus  verschiedenen Branchen gegenseitig unterstützen und vernetzen.

Mit Themenräumen, individuellen Lernmöglichkeiten, Events, Coachings und einem innovativen Wohnkonzept bietet pings aber nicht nur seinen Bewohnern einen attraktiven Treffpunkt, sondern auch allen Auszubildenden aus der Region. „In den kommenden Wochen möchten wir einen Veranstaltungskalender etablieren, auf den alle Azubis der Region zugreifen können. Dort werden unsere Events und Coachings veröffentlicht“, sagt Michael Igelmann von der Kolping Jugendwohnen Fulda gGmbH.

 

 

Bundesweites Pilotprojekt

 

Die Finanzierung ist so individuell wie die Betriebe und Bewohner. In der Regel kostet pings den Auszubildenden durch die Bezuschussung von der Berufsbildungsbeihilfe (BAB) im Schnitt zwischen 350 bis 500 Euro. Gerade Unternehmen können von dem neuen Kampus profitieren.

Ausbildungsbetriebe, die ihren Azubis mit einer Reservierung bei pings oder einem finanziellen Zuschuss für die Miete unter die Arme greifen, werden für junge Menschen attraktiver, da sie ihnen einen echten Mehrwert bieten. „Als bundesweites Pilotprojekt steht pings im Fokus der Aufmerksamkeit von Unternehmen, Politik und Gesellschaft“, sagt Steffen Kempa. Der Geschäftsführer der Kolping Jugendwohnen Fulda gGmbH ergänzt: „Mit diesem Konzept schaffen wir, was längst überfällig ist – die Berufsausbildung auf das nächste Level zu bringen und ihr die Attraktivität zu geben, die ihr gebührt.“

 

 

Julian Bolz, www.region-fulda.de