„Glück auf“ - K+S Minerals and Agriculture GmbH

Gleichgültig ob von der Autobahn 66 oder vom Zug aus – der markante Kaliberg der K+S Minerals and Agriculture GmbH des Werkes Neuhof-Ellers sticht jedem, der daran vorbeifährt, sofort ins Auge. Das Werk ist der südlichste Standort der Unternehmensgruppe in Deutschland. Hier werden täglich bis zu 15.000 Tonnen Kalisalz gefördert.

 

 

Mit dem ersten Abteufen der Schächte im Jahr 1906 in Neuhof und 1912 in Ellers begann der kommerzielle Bergbau in dieser Umgebung. Während der Weltwirtschaftskrise und des 2. Weltkrieges konnte in Neuhof-Ellers vorübergehend kein Kalisalz gefördert werden. Erst 1954 wurde der Standort wieder aufgebaut. Heute werden der Schacht in Neuhof zur Rohsalzförderung und der in Ellers zur Material- und Personenbeförderung genutzt.

 

 

Innovation ist Tradition

 

Damit das abgebaute Kalisalz zu granulatartigem Düngemittel weiterverarbeitet werden kann, muss das Material in verschiedenen Verfahren von wertstoffarmen Bestandteilen getrennt werden. Dazu wurde im Werk Neuhof-Ellers – übrigens weltweit zum ersten Mal – das sogenannte Flotationsverfahren eingesetzt. Heute wird es in 90 Prozent der globalen Kali-Werke zur Aufbereitung genutzt. Zwanzig Jahre später, im Jahr 1974, wurde wieder ein innovatives Produktionsverfahren im K+S-Werk in Neuhof etabliert: Das sogenannte ESTA-Verfahren ermöglicht eine trockene Sortierung der Rohsalze, indem verschiedene Mineralien elektrostatisch aufgeladen werden. Seit zwei Jahren nutzt K+S zusätzlich eine optische Sortieranlage. Durch den Einsatz einer Hochgeschwindigkeitskamera und Druckluft werden die Bestandteile voneinander getrennt.

 

 

Umweltschutz im Fokus

 

„Die Gewinnung von Kalisalz zur Herstellung von Düngemitteln konnten wir trotz Covid-19 ohne Einschränkungen aufrechterhalten. Denn ohne unsere Produkte könnten weltweit keine Lebensmittel hergestellt werden. Selbstverständlich halten wir im gesamten Betrieb alle Hygienemaßnahmen streng ein“, betont Roland Keidel. „Unsere Verantwortung beschränkt sich allerdings nicht nur auf die Versorgung der Bevölkerung, sondern auch auf die nachhaltige Arbeit und den Umweltschutz“, so der Leiter des K+S-Werkes Neuhof-Ellers.

Um die Abwassermengen niedrig zu halten, werden überwiegend trockene Trennverfahren genutzt. Auch innovative Lösungen werden nach wie vor an diesem Standort entwickelt. Aktuell werden beispielsweise Materialien getestet, die eine höhere Wasserverdunstung auf dem Kaliberg fördern und dadurch das Haldenwasser reduzieren.

„Unsere Genehmigung zur Rückstandsaufhaldung reicht noch bis zum Jahr 2035. Das Kalisalzvorkommen allerdings noch für weitere Jahrzehnte. Deshalb müssen wir jetzt die richtigen Optionen ziehen, um auch die fernere Zukunft des  Standortes zu sichern“, unterstreicht Keidel. Und dabei soll der Umweltschutz eine maßgebliche Rolle spielen.

 

 

Julian Bolz, www.region-fulda.de