Internationaler Ort der Zeitgeschichte - Gedenkstätte Point Alpha

Point Alpha, an der früheren Nahtstelle zwischen Ost und West, ist heute eine Gedenkstätte und ein Lernort der Geschichte. Mehr als 75.000 Besucherinnen und Besucher kommen jährlich an die einstige innerdeutsche Grenze zwischen Rasdorf in Hessen und Geisa in Thüringen.

 

 

Zur Zeit des Kalten Krieges ragte im Bereich des „Fulda Gap“ der sogenannte „Ostblock“ am weitesten in den Westen hinein. In diesem Gebiet wurde ein Einmarsch durch Truppen des Warschauer Pakts befürchtet. Deshalb baute man in dieser Region US-Beobachtungsstützpunkte, Ende der 1950er Jahre auch den „Observation Post Alpha“. Er war dem in Fulda stationierten US-Kavallerieregiment vorgelagert. Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs wurde er eine Zeit lang als Asylbewerberheim genutzt.

 

 

Gründung und Entwicklung

 

Dank einer breiten Bürgerinitiative und Unterstützung der Politik wurde ab 1995 hier eine Mahn-, Gedenk- und Begegnungsstätte auf- und ausgebaut. Die tragende Rolle spielte in diesem Zusammenhang Berthold Dücker, er wurde von seinen Mitstreitern in Geisa und Rasdorf unterstützt. Der ehemalige Chefredakteur der Südthüringer Zeitung gewann die Unterstützung prominenter Persönlichkeiten, um den Bekanntheitsgrad der Gedenkstätte zu steigern. Auf Basis zweier Trägervereine entstand schließlich 2008 die Point Alpha Stiftung, die seitdem Träger der Gedenkstätte ist und vom Förderverein Point Alpha e.V. begleitet wird.

 

 

Ein breites Bildungsangebot

 

Im Jahr 2003 eröffnete das „Haus auf der Grenze“, ein zweiter Teilbereich der Gedenkstätte neben dem „US-Camp“. Seit 2014 werden im „Haus auf der Grenze“ Dauerausstellungen über den „Kalten Krieg“ und das „Leben an und mit der Grenze“ präsentiert. Überdies gibt es weitere Ausstellungen zu den Themen „Freiheiten!“ sowie „Vom Todesstreifen zur Lebenslinie“, eine historische Wiedergabe der Entstehungsgeschichte des Grünen Bandes als Teil des Biosphärenreservats Rhön.

Im US-Camp wird seit 2017 die multimediale Ausstellung „Everyday Life – Deutsch-Amerikanischer Alltag im ‚Fulda-GAP‘ im Schatten des Kalten Krieges“ gezeigt. Hier begegnet den Gästen der Gedenkstätte eine Retrospektive auf das Zusammenleben der Menschen in der Bundesrepublik mit den amerikanischen Soldaten zur Zeit des Kalten Krieges.

Seit 2010 vervollständigt die Point Alpha Akademie gGmbH in Geisa mit einem halbjährlich neuen Seminar- und Tagungsprogramm das Angebotsspektrum im Bildungsbereich der Gedenkstätte.

Die Wandertouren „Grenzlehrpfad Point Alpha“ und „Weg der Hoffnung“ mit Kunstwerken von Dr. Ulrich Barnickel stehen für eine anspruchsvolle, aber zugleich touristisch attraktive Auseinandersetzung mit der Zeitgeschichte in der Rhön.

Für eine breite Öffentlichkeit sorgt der „Point-Alpha-Preis“. Er ehrt Persönlichkeiten, die sich in besonderer Weise um die „Einheit Deutschlands und Europas in Frieden und Freiheit“ verdient gemacht haben. Erstmals ging die Auszeichnung 2005 an die Staatsmänner George Bush sen., Michail Gorbatschow und Helmut Kohl. Die Point Alpha Stiftung würdigt ferner in einer jährlichen Veranstaltung das Jubiläum der Vereinigung beider deutscher Staaten am 3. Oktober. „30 Jahre Deutsche Einheit" wird derzeit auch mit der Sonderausstellung „Umbruch Ost. Lebenswelten im Wandel“ im „Haus auf der Grenze“ begangen.

www.pointalpha.com

 

 

Michael Kiel, www.region-fulda.de