Wie aus Praktikanten erfolgreiche Geschäftsführer wurden: Computer-L.A.N. feiert 25-jähriges Firmenjubiläum

Die Geschichte von Computer-L.A.N. beginnt im Jahr 1989. Oualid Nouri und Esmail Akbari stehen kurz vor ihrem Abschluss als Diplom-Informatiker an der Fachhochschule Fulda. Die beiden beginnen ein sechsmonatiges Praktikum bei der Software-Firma Comsoft Datentechnik. Bereits nach wenigen Wochen hat Esmail Akbari eine klare Vorstellung davon, wie seine berufliche Zukunft aussehen soll. „Warum machen wir uns nicht selbstständig?“, fragt er Oualid Nouri. Gemeinsam mit dem Comsoft-Geschäftsführer gründen sie 1990 eine GmbH. Im Jahr darauf holen sie einen weiteren jungen Informatiker ins Boot, den Esmail Akbari aus dem Studium kennt: Michael Haeuser. Er übernimmt die Anteile des bisherigen dritten Geschäftsführers.

 


Der Plan: Das erworbene Wissen anwenden

Große Visionen hat keiner von ihnen. „Unsere Idee war: Einfach mal das anwenden, was wir gelernt haben“, erzählt Michael Haeuser. Die Ausstattung in ihren ersten Geschäftsräumen ist überschaubar: Im Büro stehen vier Schreibtische und zwei Schränke. Die größte Herausforderung in dieser Zeit ist, Kunden zu gewinnen. „Die IT steckte damals noch in den Kinderschuhen“, sagt Esmail Akbari. Schreibmaschinen waren in vielen Büros nach wie vor der Standard. Besonders ältere Geschäftsleute waren zunächst skeptisch. „Wir mussten sie erst einmal davon überzeugen, dass sie die Technologie brauchen, damit ihre Firma auch in Zukunft funktioniert.“


PCs sind bei Mittelständlern noch wenig verbreitet
Am Anfang verkauft L.A.N. vor allem PCs mit Microsoft DOS und Server, außerdem Software zur Auftragsabwicklung für Mittelständler. „Das funktionierte ganz gut, denn die Kunden haben uns etwas zugetraut“, erinnert sich Oualid Nouri.
Das Büro wird schnell zu klein, 1992 mietet L.A.N. zusätzliche Räume im Stadtteil Bronnzell als Werkstatt und Präsentationsraum. In diesem Jahr geht es außerdem technologisch voran: L.A.N. bekommt den ersten ISDN-Anschluss in Fulda. Der Leiter des damaligen Fuldaer Fernmeldeamtes kommt persönlich zum Gratulieren vorbei. In einem Artikel der Fuldaer Zeitung dazu heißt es: „ISDN ist das Kommunikationssystem, das die entscheidenden Voraussetzungen für die Entwicklung der modernen Industriegesellschaft bietet.“ Der Grundstein für das Internet ist damit gelegt. Drei Jahre später bezieht die junge Firma schließlich das Geschäftshaus in der Königstraße.

 


Gründe für den Erfolg

Wie erklären sich die Geschäftsführer den Erfolg von L.A.N.? „Wir hatten schon am Anfang die Idee, dass wir eine selbstentwickelte Software brauchen. Das haben wir umgesetzt“, sagt Esmail Akbari. 1994 kommt der „HausManager“ auf den Markt, ein Verwaltungsprogramm für Bildungsstätten und Gruppenhäuser, drei Jahre später folgt der „SeminarManager“. „Wichtig war auch, dass wir langsam und kontrolliert gewachsen sind“, ergänzt Michael Haeuser. Seit 1994 bildet L.A.N. aus – und sorgt so für qualifizierte Mitarbeiter. Von den derzeit 34 Mitarbeitern haben 15 ihren Beruf hier gelernt. Bereits mehrfach sind L.A.N.-Azubis von der IHK Fulda für ihre Leistungen geehrt worden. Vor zwei Jahren erzielte ein Auszubildender von L.A.N. sogar das deutschlandweit beste Prüfungsergebnis. Dafür wurde er in Berlin als „Bundessieger“ seines Berufsfelds ausgezeichnet. „Bei der Wahl unserer Mitarbeiter hatten wir ein glückliches Händchen“, stellt Oualid Nouri fest. Das sehen die beiden anderen Geschäftsführer genauso. Michael Haeuser drückt es so aus: „Es macht mich stolz, wenn ich jetzt zurückblicke und sehe, was wir geschaffen haben. Was wirklich zählt, ist das Team!“

 

Hintergrund: Computer-L.A.N. GmbH

Die Computer-L.A.N. GmbH ist ein IT-Systemhaus in Fulda. Das Unternehmen beschäftigt derzeit 34 Mitarbeiter, darunter vier Azubis. Die Standbeine von L.A.N. sind: Software für Bildungsstätten und Akademien, kaufmännische Software, individuelle Software-Entwicklung sowie IT-Sicherheit und Netzwerktechnik. www.computer-lan.de